Geschichte und Geschichten rund um die Gastlichkeit in Schluchsee (Entwurf)

Veröffentlicht am 25. 04. 2014

Geschichte und Geschichten rund um die Gastlichkeit in Schluchsee

 

 

 

Erzählt von der Wirtegemeinschaft Schluchsee e.V.

 

1.Kapitel

 

 

Allgemeines, Lage und kurze Geschichte der Gemeinde Schluchsee

 

 


Die Gemeinde Schluchsee liegt südöstlich des Feldberges. Seine Ortschaften verteilen sich rund um den Schluchsee im südlichen- oder Hochschwarzwald auf Höhen zwischen 700 und 1300 Metern über dem Meeresspiegel.

 

Blick über den Kirchplatz auf den Schluchsee (Ansichtskarte aus dem Jahre 1954)

 

Schluchsee 100

 

Die Gemeinde Schluchsee hat heute ca. 2.600 Einwohner und gehört als heilklimatischer Kurort sowie als Wintersportort mit ca. 4.000 Gästebetten mit zu den bedeutendsten Kurorten im Schwarzwald.

Der See selbst ist ein Gletschersee und während der Eiszeit entstanden. Aus dem Hauptgletscher entstand die Seemulde und aus zwei Nebengletschern bildeten sich das Fischbach- und das Dresselbachtal. Er war ca.3,5 mal kleiner als heute.

 

800px-Schluchsee-Ursee

 

 

 

Die Staumauer wurde in den Jahren 1930 bis 1932 im südlichen Bereich des Schwarzatales errichtet. Der See hat heute eine Länge von 7,5 km, eine durchschnittliche Breite von 0,8 km und eine maximale Tiefe von 65 m!

 

Schluchsee wurde erstmalig im Jahre 1083 in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto I. an das Kloster St. Blasien erwähnt. In den nächsten 200 Jahren wurden auch die angrenzenden Täler Fischbach, Dresselbach und Ahabach besiedelt.

 

Im Jahre 1275 wird die neue Schluchseer Kirche vom Bischof von Konstanz eingeweiht.

Bereits 1562 wurde in Schluchsee die Badestube am See eröffnet und auch das Wirtshaus „Untere Stube“, das heutige „Hotel Schiff“ erwähnt!

 

Schiff 204 1910      Schiff 200

 

Diese 2 alten Ansichtskarten zeigen das „Hotel Schiff“ ca. um 1900 sowie eine Innenansicht (Welche Stube?)

 

Über viele Jahrhunderte war das Schicksal, „Wohl“ oder wohl eher „Wehe“ der Schluchseer dann mit dem Kloster St. Blasien und derer vom Hause Fürstenberg verbunden. Immer wenn die Last gar zu groß wurde, fanden sich mutige Schluchseer, die sich dagegen zur Wehr setzten.

 

So begann, 1791 ein Prozess, um die Besitzrechte am Wald, welche den Bauern seitens des Klosters genommen wurden und endete 1834 damit, dass der Ort Schluchsee seinen eigenen Gemeindewald erhielt.

 

Aus dieser Zeit stammen zwei Geschichten, die bereits mit der Gastlichkeit, wenn auch noch etwas entfernt, zu tun haben und die es wert sind, hier erzählt zu werden. Die erste Geschichte ist mit der bereits erwähnten Badestube am Schluchsee verbunden. Es ging um einen Zwist mit den Herren von Fürstenberg. Seit 1450 gab es im Deutschen Reich eine Weinsteuer auch „Umgeld“ genannt. Schluchsee war davon allerdings immer befreit geblieben. 1562 mit der Eröffnung der Badestube, sprich einer Badeanstalt, kamen im Sommer auch viele Menschen aus der Nachbarschaft an den Schluchsee.

 

Natürlich waren sie dem göttlichen Getränk (noch dazu preiswert und steuerfrei), welches in der Schluchseer Wirtschaft, der „Unteren Stube“, ausgeschenkt wurde, auch nicht abgeneigt!

 

Dadurch entging dem Grafen von Fürstenberg viel Weinsteuer und auf seine Klage hin, kam es zu einer Einigung, nach der Schluchsee fortan auch das „Umgeld“ zahlen musste, solange die Badestube in Betrieb ist. Was machten die Schluchseer? Sie schlossen daraufhin vorerst wieder die Badestube!

 

Nachdem um 1600 die Badestube wieder eröffnet wurde, kam es zu folgender Einigung: Die Schluchseer Wirte zahlten, während der Öffnungszeiten des Bades, sowohl an den Grafen als auch an den Abt des Klosters, je einen Pfenning pro Maas Wein „Getränkesteuer“!

 

Die zweite Geschichte ist eng mit dem Kampf um den Wald verbunden. Hier tat sich ein Schluchseer hervor, welcher erstmals 1774 in der Schluchseer Chronik erwähnt wird: Michael Gleiser.

 

Geboren am 27. August 1745, gehörte ihm das Gasthaus „Schiff“, der „Burenhof“ (1898 abgebrannt, wo heute das Rathaus steht) und die frühere Tanzlaube (das frühere Rathaus Schluchsee). Michael Gleiser war von kleiner Statur, aber ein Feuerkopf und am Schluchsee als der „Wirtmichel“ bekannt. Er widmete sein Leben voll und ganz dem Kampf um den Wald (Waldprozess), welchen er mit Rat und Geld und Zeit vorantrieb und entzog sich auch nicht seinen anderen Aufgaben: leitete seine Gastwirtschaft und den großen „Burenhof“, übte Aufsicht über Gemeinde- und Pfarrbrunnen sowie Brücken, war aktiv im Ausschuss für Steuern und Rekrutierungen und wirkte im Militärmagazin, der Baukommission und beim Straßenprojekt nach Lenzkirch mit.

 

Hätte es damals schon eine Wirte-gemeinschaft gegeben, er wäre der 1. Vorsitzende gewesen!

 

 

2. Kapitel

 Die Ältesten Gastwirtschaften und Hotels in der Region

Kurze Geschichte


 

 

Das Hotel „Schiff“ im Wandel der Jahrhunderte

Schiff 204 1910     Schiff 207

 

Das Hotel Sternen – Die Anfänge über Hils zu Wochners

 

Schluchsee 101     Sternen 1930

Sternen 1910     Sternen 1930 02

 

Die Geschichte beginnt irgendwann im 19. Jahrhundert als das Hotel gebaut wurde. 1800 ….

1953 wurde das Haus von Fritz Stoll übernommen. Stiefvater von

1962 erfolgte die Übernahme durch Edith Wochner (Tochter von wem?)

1996 dann die Übernahme durch Ingrid Wochner

 

Gasthof Hotel Hirschen in Fischbach

Vor 194 Jahren war der heutige Gasthof Hirschen in Fischbach als Bierwirtschaft eingerichtet worden. Der Uhrmacher Martin Welte kaufte am 17. Mai 1817 vom damaligen Gemeinderechner Fridl Trescher das landwirtschaftliche Anwesen.

Dieses Schriftstück ist von Konrad Schöperle, damals Vogt von Fischbach unterzeichnet. Der neue Besitzer Martin Welte richtete 1818 eine Bierwirtschaft ein und gab ihr den Namen „Gasthaus zum Hirschen“, in welcher auch schon Napoleon verkehrte.

Eine gut aufbewahrte Urkunde mit Siegel und Unterschrift des Feldherrn Napoleon aus dem Jahre 1806 gibt Aufschluss über die Einquartierung seiner Soldaten im „Gasthaus zum Hirschen“ in Fischbach.

Nachdem sein Sohn das Erbe von 1859 bis 1889 umtrieb, war der Hirschen die ersten 70 Jahre im Besitz der Familie Welte.

Bis 1847 war auch die Schule im Hirschen untergebracht. Im Jahre 1889 erwarb Josef Schießel das Gasthaus, welches dann nach der Jahrhundertwende von seinem Sohn Ludwig weiter betrieben wurde. Später war der Vater des Feinkostgeschäfts Wilhelm Schmid in Lenzkirch der allseits bekannte „Säger Emil Hirschenwirt“.

Ab 1911 war der Hirschen für die nächsten 13 Jahre im Besitz von Otto Herr und seinen Angehörigen.

1924 ging das Gasthaus an August Andris über, dessen Witwe Sofie Andris geb. Hilpert, verkaufte 1936 heuer vor 77 Jahren, an Familie Kessler.

Mit dem Gasthaus war immer eine Landwirtschaft und die Post verbunden. Die Witwe Amalie Kessler hatte den Hirschen, nachdem ihr Mann im zweiten Weltkrieg gefallen war, zu einer kleinen Pension mit 4 Zimmern umgebaut. In den frühen 50er Jahren kam auch im stillen Fleckchen Fischbach der Tourismus auf. Als Amalie Kessler allzu früh 1958 verstarb, übernahm Sohn Paul Kessler den Betrieb.

Paul Kessler erweiterte 1982 auf 50 Betten und brachte ihn zu damaligen Zeiten auf den modernsten Stand.

Zum 01.01.1988 übergab Paul Kessler aus gesundheitlichen Gründen den Hirschen an seinen Sohn Robert. Paul Kessler erlag 1989 seiner Krankheit.

Der Betrieb wurde 1991 mit dem Gästehaus Hirschen wieder vergrößert so dass jetzt für 72 Gäste Unterkunft zur Verfügung steht.

2008/2009 neue Heizungsanlagen mit Pellets, Brennkessel wurden reduziert von 200kW auf 100 kW, sowie 160m ² Solaranlage für warm Wasser und Heizung.

2011 Erweiterung der Sonnenterrasse und Garagen.

Der Hirschen wird heute noch von Robert Kessler geführt. Die Türen seiner Gastwirtschaft stehen den einheimischen Gästen sowie Gästen aus aller Welt offen.

 

 

Der Artikel befindet sich in der weiteren Bearbeitung und wird fortgesetzt!